Wer wir sind

Unser Corps Hannovera, als solches am 18.1.1809 gegründet, gibt es nun schon 200 Jahre. Es ist damit eine der ältesten akademischen Gemeinschaften der Georg-August-Universität, der wir uns eng verbunden fühlen.
Zusammen mit den sog. "Alten Herren" studieren und arbeiten knapp 300 "Göttinger Hannoveraner" in allen Teilen Deutschlands und der ganzen Welt. Nahezu alle akademischen Berufe sind in unserem Corps vertreten. Mittel-, und Anlaufpunkt unserer Gemeinschaft ist unser eigens errichtetes Corpshaus und Studentenwohnheim an Göttingens Bürgerstraße. Weil Universitäten wegen der hohen Studentenzahlen und des deutlich gestiegenen Leistungsdrucks nur noch Fachwissen vermitteln können, sehen wir das wichtigste Angebot unseres Corps in der Ausbildung der charakterlichen Fähigkeiten unserer "Corpsbrüder". Wir eröffnen unseren "Aktiven" einen Raum, in dem junge Männer frei von ideologischen Zwängen und noch unbelastet von beruflichen Verpflichtungen, denen sie früh genug gerecht werden müssen, ihre Persönlichkeit entwickeln können.
Wir setzen darauf, dass das tägliche, intensive Miteinander in einer kleinen Gemeinschaft dazu beiträgt, die heutige "Ich-Orientierung" zu überwinden. Auf diese Weise bieten wir unseren Corpsbrüdern die Möglichkeit, abseits vom Fachstudium, die Befähigung zu erwerben, künftig in unserer Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen

Unabhängig von den älteren Corpsbrüdern, die sich in der Altherrenschaft organisieren, bestimmen bei uns die jungen Aktiven ihr Leben als Corpsgemeinschaft selbst. Wir begreifen es als Chance, auf diesem Wege sehr früh - und sehr persönlich - demokratische Spielregeln zu üben. Das bedeutet auch, früh die Konsequenz des eigenen Handelns kennen zu lernen und eine fundamentierte Position zu erlangen, soziale Kompetenz zu gewinnen. Da wir keinerlei nationale, parteipolitische oder konfessionelle Präferenzen haben, zählt allein die charakterliche Ausbildung des Menschen, der zur Persönlichkeit wird.
Wir erwarten von unseren Corpsbrüdern, ungeachtet ihrer Nationalität, dass sie zu den staatsbürgerlichen Pflichten der Demokratie stehen, und ethische Grundsätze, auch solche wie Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Toleranz, ernst nehmen, und dafür einstehen.
Auf dem Weg zum Studienerfolg, den wir anstreben, helfen wir uns gegenseitig. Dabei sind vorbildliche Studienleistungen unser Ziel, wesentlich ist aber auch die "gesicherte Lebensstellung", deren Erreichen wir von unseren Corpsbrüdern unbedingt erwarten.
Das Gespräch zwischen den Fakultäten ist uns wichtig, der Begriff Universitas für uns kein leeres Wort. Wir versuchen das akademische Angebot zu ergänzen. Es liegt uns viel daran, früh die Fähigkeit auszubilden, die eigene Position mit Überzeugungskraft, und Argumenten (möglichst in freier Rede) zu vertreten.
Die Beherrschung gesellschaftlicher Formen setzen wir Hannoveraner bei denen, die zu uns kommen, voraus. Wir pflegen diese Formen auch bewusst in der Überzeugung, dass sie einen selbstsicheren, und überzeugenden sozialen Umgang erleichtern.
Zu unserem Corpsleben gehört auch das studentische Fechten. Wir glauben, vor dem Hintergrund einer 200 jährigen Tradition, dass die Mensur es ermöglicht, die eigenen Grenzen zu erfahren, Selbstüberwindung zu üben und so auch das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.
Als sichtbares Zeichen unserer Verbundenheit tragen wir ein Band in den rot-blau-goldenen Farben unseres Corps, die sich aus den alten Farben des Herzogtums Calenberg ableiten. Der Heimat der ersten noch als Landsmannschaft zusammen geschlossenen Hannoveraner.
Zum Corpsleben gehören auch Feiern und ausgelassene Feste. Sie sind für uns Ausdruck echter Lebensfreude. Und einige, die dabei waren, sprechen noch später von den außergewöhnlichen "Hanno-Parties". Corpsbrüderlichkeit bedeutet uns aber weit mehr, als nur einander freundschaftlich zu begegnen. Wir versuchen, füreinander einzustehen, auch in schwierigen Lagen des Lebens. Von je her haben sich im Corps, über alle Altersgrenzen hinweg, viele private Freundschaften gebildet. In diesem Zusammenhang steht auch, dass die Jüngeren auf die Unterstützung der Älteren - nicht nur in Studienfragen - bauen können. Abseits des von uns abgelehnten Protektionismus, der Verbindungen gern unterstellt wird, haben wird unsere Form eines Generationenvertrages: Wer heute nimmt, ist bereit, in Zukunft auch zu geben.
Die Vergangenheit belegt, dass eine lebendige Corpsgemeinschaft, die diesen Ansprüchen genügt, lebt. Wir laden Studienneulinge in Göttingen, oder solche, die es werden wollen, ein, uns kennen zu lernen.
